Hintergrund

Als erster Spanier erreichte Rodrigo de Bastidas 1501 von Venezuela kommend den Isthmus von Panama. Ein Jahr später legte Kolumbus in der geschützten Bucht des späteren Portobelo an.

Vasco Núñez de Balboa, einst Mitglied der Schiffsbesatzung Bastidas, floh 1510 vor seinen Gläubigern aus Hispañola nach Panama.
Von den annähernd tausend spanischen Siedlern, die einst in die neue Kolonie gekommen waren, hatten nach wenigten Jahren nur einige Dutzend die Tropenkrankheiten wie Malaria und Gelbfieber überlebt. In dieser Situation setzten die Bewohner von Antigua del Darién, der ersten offiziellen spanischen Stadtgründung, den Abgesandten der spanischen Krone ab und wählten Balboa zu ihrem Bürgermeister.
Unter Balboas Verwaltung begannen die Siedler, Feldfrüchte anzubauen, um weniger abhängig von den spanischen Versorgungsschiffen zu sein. Antigua wurde zu einer wohlhabenden Gemeinde.
Mit seiner einträglichen Expedition an Panamas Pazifikküste hatte sich Balboa Feinde unter seinen Landsleuten gemacht.

Kathedrale Panama Viejo, By Melpanama (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Kathedrale Panama Viejo, By Melpanama [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

Pedro Arias de Avila hatte Balboa am spanischen Hof denunziert, um seine Nachfolge antreten zu können.
Pedrarias ließ seinen Konkurrenten 1517 unter falschen Anschuldigungen vor Gericht stellen und zum Tode verurteilen. Als neuer Vertreter der Kolonialomacht ließ Pedrarias 1519 die Hauptstadt vom lähmenden Tropenklima des Darién und dessen feindseligen Einheimischen an die Pazifikküste, nur wenige Kilometer vom heutigen Panama City entfernt, verlegen. Mit der Unterwerfung des peruanischen Inkareichs gewann der Transportweg zwischen Pazifik und Atlantik an Bedeutung. Auf Eselsrücken wurde Perus Gold auf einem schmalen Dschungelpfad, dem wenig königlichen Camino Real durch den unwegsamen, feuchtheißen Urwald zu den spanischen Galeonen geschafft.

Schon in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts hatte man in an Spaniens Hof Überlegungen angestellt, einen Kanal zwischen den beiden Ozeanen zu graben. Unter Philipp II wurden diese Pläne jedoch wieder aufgegeben.
Pedrarias‘ Amtszeit geriet zu einem Desaster. Die Spanier litten unter Hunger und Tropenkrankheiten, während die Einheimischen Massakern zum Opfer fielen oder an europäischen Infektionskrankheiten starben. Viele der überlebenden Indígenas flohen in entlegene Gebiete fernab der spanischen Präsenz.
Nur wenige Kirchenvertreter machten sich wie der berühmte Bischof Bartolomé de las Casas zum Anwalt der Indígenas. Allerdings unterbreitete dieser der spanischen Krone den fatalen Vorschlag, an ihrer Stelle Afrikaner zu versklaven. Auch wenn de las Casas dies später offen bereute, wurde er damit zum geistigen Wegbereiter des Sklavenhandels, und Panama zu einer wichtigen Drehscheibe des menschenverachtenden Geschäfts.
Mitte des 16.Jahrhunderts hatten Massaker, Krankheiten und unwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen die einheimischen Arbeitskräfte dezimiert. Die Kolonie wurde so auch zur Endstation zahlreicher Sklaventransporte. Eine beachtliche Zahl der verschleppten Afrikaner konnten fliehen und im Dschungel überleben. Sie waren als Cimarrones gefürchtet, da sie regelmäßig die spanischen Transporte entlang des Camino Real überfielen. Nach einer Volkszählung von 1610 stellten die afrikanischen Sklaven die weitaus größte Bevölkerungsgruppe der Hauptstadt.