Hintergrund

Die Geschichte kaum eines anderen Landes ist in derart hohem Maße mit dessen geographischer Lage und Eigenart verknüpft wie die Panamas.

Durch seine Lage am Isthmus zwischen den beiden amerikanischen Kontinenten geriet das Land in entscheidenden Phasen der europäisch-amerikanischen Geschichte ins Zentrum des Geschehens.

Vasco Nuñez de Balboa

Vasco Nuñez de Balboa, Lithograph in Annie C. Cady, 1893 (public domain), LC-USZ62-3016 Library of Congress, Prints and Photographs Division

Die spanische „Eroberung“ Südamerikas hatte hier ihren Ausgangspunkt. Mit Vasco Nuñez de Balboa erreichte am 29. September 1513 erstmals ein Europäer den Pazifik (nicht ohne ihn an Ort und Stelle für die spanische Krone in Besitz zu nehmen). Über die Landenge von Panama – entlang des „Camino Real“ zwischen Panama Stadt am Pazifik und Portobelo am Atlantik – schleppte Spanien einen Großteil der in Südamerika geplünderten Reichtümer zur Verschiffung nach Europa.

Die einheimischen Bewohner, die die Massaker, Krankheiten und Versklavung überlebt hatten, flohen in die Wälder oder auf die San Blas Inseln vor Panamas Karibikküste.

Im 17. Jahrhundert fiel Panama an die Freibeuter und Piraten des erstarkenden britischen Empires. Es durchlebte in der Folge Jahrhunderte des Niedergangs und wurde, wie die übrigen mittelamerikanischen Kolonien, die weit von den Machtzentren entfernt lagen, von der spanischen Kolonialmacht vernachlässigt.
Erst während des kalifornischen Goldrauschs Mitte des 19.Jahrhunderts wurde die geostrategische Bedeutung des Landes wiederentdeckt, dieses Mal von den USA.
Sie ließen eine Eisenbahnlinie über den Isthmus bauen und übernahmen auch das fehlgeschlagene französische Projekt eines Kanals zwischen beiden Küsten. In dem Maße, in dem sich zunächst us-amerikanische Wirtschaftsinteressen Panamas bemächtigten, verstärkten die USA auch ihren direkten politischen Einfluss. Sie unterstützten Sezessionsbestrebungen der nördlichsten kolumbianischen Provinz auch militärisch und wurden so zum Geburtshelfer eines unabhängigen Panama, dessen Unabhängigkeit sie sogleich unterminierten. Ein dirigistischer Vertrag, der den USA zeitlich unbegrenzte Hoheitsrechte über den wichtigsten Handelsweg Lateinamerikas zugestand, machte Panama faktisch zum Protektorat der USA.
Mit der Rückgabe des Kanals an Panama zum Jahresende 1999 erlangte das Land erstmals seine territoriale Integrität und die Souveränität über den wertvollsten Teil dieses Territoriums.