Hintergrund

Der illegitime Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers und einer Mestiza hatte Nicaragua früh verlassen und bereiste Honduras, Guatemala und Mexiko.

Augusto César Sandino, Bild: By Underwood & Underwood [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAugusto_C%C3%A9sar_Sandino_cph.3b19320.jpg">via Wikimedia Commons</a>

Augusto César Sandino, Bild: Underwood & Underwood [Public domain], via Wikimedia Commons

Sein dreijähriger Mexikoaufenthalt wurde prägend für sein Nationalbewusstsein und den Stolz auf sein Mestizentum. Als er auf Drängen seines Vaters 1926 nach Nicaragua zurückkehrte, ließ er sich in der Provinz Nueva Segovía nieder, wo er in einer us-amerikanischen Goldmine arbeitete.
Er agitierte die Minenarbeiter im Hinblick auf die sozialen Ungerechtigkeiten des Landes und die Notwendigkeit eines veränderten politischen Systems. Schon bald stellte er eine, gegen die US-Truppen gerichtete Armee auf, die überwiegend aus Bauern und Arbeitern bestehende Ejército Defensor de la Soberanía de Nicaragua- EDSN, die „Armee zur Verteidigung der Souveränität Nicaraguas“.
Die EDSN schloss sich dem Kampf der Liberalen gegen das Regime des konservativen Emiliano Chamorro an,  der 1925 die von den USA 1924 initiierte Regierung der ’nationalen Versöhnung‘ gestürzt hatte. Der Aufstand gegen das Chamorro-Regime rief erneut die US-Truppen auf den Plan, die das Land 9 Monate zuvor verlassen hatten. Die USA zwangen Chamorro, zugunsten eines anderen Konservativen, des früheren Steuerberaters der „La Luz and Los Angeles Mining Company“ zurückzutreten. Zudem entsandten sie den Anwalt und früheren Verteidigungsminister Colonel Henry Stimson nach Nicaragua, um die dortigen Probleme im Sinne der us-amerikanischen Interessen zu lösen.

Henry Stimson, Bild: By Harris & Ewing [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AHenry_Stimson%2C_Harris_%26_Ewing_bw_photo_portrait%2C_1929.jpg">via Wikimedia Commons</a>

Henry Stimson, Bild: Harris & Ewing [Public domain], via Wikimedia Commons

Unter Druck der USA stimmten die verfeindeten Parteien dem von Stimson ausgehandelten „Pakt von Espino Negro“ zu, der folgende Bedingungen beinhaltete:
Sofortiger Friede, Abgabe aller Waffen an die US-Truppen. Allgemeine Amnestie, Rückkehrrecht für Exilanten; Rückgabe des beschlagnahmten Eigentums, sowie die Aufnahme einzelner Repräsentanten der Liberalen ins Kabinett Díaz.
Hinzu kam die Neuordnung einer Polizeitruppe auf nicht-parteilicher Basis unter dem Kommando von US-Offizieren. Überwachung der Wahlen von 1928 und den folgenden Jahren durch die USA. Weitere Präsenz der us-amerikanischen Truppen zur effektiven Umsetzung der Vereinbarungen.
Für Sandino war der Pakt unannehmbar und sein einstiger Bündnispartner, der liberale General Moncada, war für ihn zum Verräter geworden.
Er reorganisierte seine Guerillaarmee und verschrieb sich von nun an dem Kampf gegen die Besatzer.
1933 schien für die USA die Gefahr des Wiederaufflammens nationalistischer, gegen ihre wirtschaftlichen Interessen gerichteter Bestrebungen gebannt, und sie zogen ihre Truppen ab. Mit ihrem Abzug hatte Sandino sein Ziel erreicht. Er nahm Friedensverhandlungen  mit der Regierung auf. Doch auf Befehl Anastasio Somozas wurde Sandino 1934, trotz Sicherheitsgarantien und dem Ehrenwort des Präsidenten, von Mitgliedern der Nationalgarde entführt und ermordet.