Hintergrund

Nicaragua ist heute, wie seine Nachbarländer auch, zu einem wichtigen Transitland des internationalen Drogenhandels von Südamerika in die USA geworden. Als Folge ist auch ein wachsender lokaler Drogenmarkt entstanden. Die wichtigste Schmuggelroute führt an der nicaraguanischen Karibikküste entlang.

Verheerende Folgen für die Geschichte des Landes hatten Drogen bereits Mitte der Achtziger Jahre, als mehrere hundert Millionen USD Drogengelder in die Finanzierung der sogenannten Contra-Rebellen gegen die sandinistische Regierung Nicaraguas flossen. Die dabei eingesetzten Drogen überschwemmten als billiges und daher umso tödlicheres Crack die Armenviertel amerikanischer Großstädte wie Los Angeles. Erst wütende Proteste der betroffenen Einwohner und Eltern brachten den Stein ins Rollen.
Gerry Webb, damaliger Redakteur der “Mercury News” im kalifornischen San José, fasst die Ergebnisse seiner Recherche folgendermaßen zusammen:
“Mehr als ein halbes Jahrzehnt lang hat ein Drogenring aus der Bay Area Tonnen von Kokain an die Crips und Bloods Straßengangs von Los Angeles verkauft und diese Drogengelder in eine lateinamerikanische Guerillaarmee gepumpt, die von der CIA kontrolliert wurde. Dieses Drogen-Netzwerk öffnete den kolumbianischen Drogenkartellen die erste “pipeline” in die schwarzen Stadtviertel von Los Angeles, der Stadt, die heute als ‘Welthauptstadt des Crack’ gilt.”

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Nicaragua versank in einem blutigen Bürgerkrieg mit Abertausenden Toten, der das unter dem Somoza-Regime ausgeblutete Land in seiner Entwicklung nochmals zurückwarf.

Als Drogen produzierendes Land spielt Nicaragua keine nennenswerte Rolle.

Die Antidrogen-Gesetze des Landes sind strikt. Die Mindeststrafe liegt bei 5 Jahren Gefängnis.