Hintergrund

Nachweise einer ersten Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Honduras reichen bis mindestens 6000 v. Chr. zurück.

In präkolumbianischer Zeit lebte hier eine komplexe Mischung indigener Völker unterschiedlicher Kulturen und Sprachfamilien. Maya, Lenca, Chorti, Miskito, Pech und Sumo stellten die wichtigsten Gruppen. Die Zahl der indigenen Einwohner wird – je nach Quelle und Schätzung – zwischen 500.000 und 2 Millionen Menschen angegeben. Manche Bevölkerungsgruppen waren untereinander verfeindet und leisteten den spanischen Kolonialisten zum Teil heftigen Widerstand.

Die hochentwickelte Zivilisation der Maya verbreitete sich vermutlich in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten aus dem guatemaltekischen Tiefland ins nordwestliche Honduras.

Nachbildung des Rosalilatempels im Museum von Copán

Nachbildung des Rosalila Tempels im Museum von Copán, Photo: talk2winik (Own work) [gemeinfrei], via Wikimedia Commons

Der Aufstieg und Niedergang des berühmtesten und bis heute imposantesten honduranischen Maya-Zentrums, Copán, spielte sich binnen fünf Jahrhunderten, zwischen 300 und 800 n. Chr. ab. Zu seiner Blütezeit war Copán innerhalb des Mayareiches führend in Astronomie und Kunst. Einer der längsten Glyphentexte überhaupt wurde hier gefunden. Auch als Handelszentrum spielte Copán eine bedeutende Rolle. Es unterhielt Handelsbeziehungen, die bis nach Zentralmexiko reichten.
Lange vor Ankunft der Spanier hatte die mächtige Stadt das gleiche, rätselhafte Schicksal ereilt wie die anderen Maya-Stadtstaaten. Um 800 n. Chr., dem letzten Datum, das in einer der Inschriften aufgezeichnet wurde, wurde die Stadt verlassen. Zwar blieb ein Großteil ihrer Bevölkerung in der Gegend, doch die gebildete Klasse aus Priestern und Adel verschwand.

Als Kolumbus auf seiner vierten und letzten Reise am 14. August 1502 nahe Trujillo an der Karibikküste erstmals amerikanisches Festland betrat, gab er dem “entdeckten” Land mit einem Stoßgebet auch gleich seinen späteren Namen. “Gracias a Dios que hemos salido de estas honduras” soll er der Überlieferung nach gesagt haben, was so viel bedeutet wie “Gott sei Dank, dass wir diesen Tiefen (Gewässern) entkommen sind”.
Die erste spanische Stadtgründung, Trujillo (1525) wurde als Hauptstadt bald von Gracias und später von Comayagua abgelöst. Die Spanier waren vorrangig an der Ausbeutung der Gold- und Silbervorkommen des Landesinneren interessiert und zogen das kühlere Klima des Hochlandes der feuchten Hitze der Karibikküste vor.