Hintergrund

Menschenrechte aktuell Die Menschrechtslage in Guatemala ist vor dem Hintergrund von Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die während des internen bewaffneten Konflikts (1960-96) verübt wurden, wesentlich von vier Problemfeldern geprägt:
Straflosigkeit (Impunidad), Gewalt gegen Mädchen und Fraunen, Landkonflikte und Vertreibungen im Zusammenhang infrastruktureller Großprojekte und Gewalt gegen Menschenrechtsaktivist(inn)en.
Prominentestes Beispiel für die andauerende Straflosigkeit ist der 2013 in einem Prozess wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Meshlichkeit schuldig gesprochene Ex-Diktator Rios Montt. Das Gerichtsurteil wurde nur wenige Tage später vom Verfassungsgericht wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben, und bis heute (2016) wurde kein neuer Prozess angestrengt.
Jährlich werden in Guatemala mehr als 10.000 Vergewaltigung registriert, die Dunkelziffer liegt aller Wahrscheinlichkeit nach weitaus höher.
Die Opfer gehören, wie bei den Völkermorden während der Militärdiktatur, ganz überwiegend zur ethnischen Gruppe der Maya. Bereits während des Bürgerkriegs wurde sexuelle Gewalt – wie in anderen Konflikten auch – gezielt als Waffe eingesetzt, mit anhaltenden Auswirkungen bei den traumatisierten Opfern.
Gemeinden, die sich gegen Bergbau- und Staudammprojekte zur Wehr setzen, weil sie die Auswirkungen auf ihre Lebensgrundlagen (meist zu Recht) fürchten, werden ebenso häufig Opfer staatlicher oder staatliche geduldeter Gewalt wie Menschrechtsaktivist(inn)en.