Hintergrund

Der Coup und die anschließenden Putschisten-Regime stürzten Guatemala in einen der längsten Bürgerkriege der Geschichte, der erst mit dem Friedensschluss von 1996 sein formales Ende fand.

Bauernkooperativen wurden zerstört, Gewerkschaften und politische Parteien zerschlagen, politische Gegner verfolgt. Tausende wurden getötet, noch weitaus mehr mussten aus Guatemala fliehen. Darauf kam es zu zahlreichen Revolten und Putschen, es entstanden u.a. die linksextremen Guerillaorganisationen “Fuerzas Armadas Rebeldes” (FAR) und MR 13, die sich blutige Schlachten mit paramilitärischen Polizeieinheiten, den gefürchteten “Todesschwadronen”, lieferten.

Einen Höhepunkt erreichte der Terror gegen die Bevölkerung während der Amtszeit von General Efraín Rios Montt, dessen “Politik der verbrannten Erde” einen systematischen Völkermord an der indigenen Bevölkerung darstellte. Er kostete weit über hunderttausend Menschen das Leben und 440 Mayadörfer wurden von der Landkarte getilgt.
(Vorübergehende) internationale Aufmerksamkeit erregte 1981 die friedliche Besetzung der spanischen Botschaft in Guatemala Stadt durch eine Gruppe von Maya-Führern, die mit dieser Aktion gegen die Repressionen, denen sich ihr Volk ausgesetzt sah, protestieren wollten. Ungeachtet der Forderung des spanischen Botschafters, die Besetzer gewähren zu lassen, ließ die Regierung Feuer legen und das Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrennen. Alle Besetzer und das gesamte Botschaftspersonal kamen dabei ums Leben. Als einziger überlebte der Botschafter – schwer verletzt.
Erst als die USA 1985 ihre Militärhilfe einstellten, wurde Rios Montt gestürzt und es kam mit dem Wahlsieg des Christdemokraten Venizio Cerezo Arévalo wieder zu einer zivilen Regierung. Die seit 1980 zur “Nationalen Revolutionären Guatemaltekischen Einheit” (Unidad Revolucionario Nacional Guatemalteca, URNG) geeinten Guerillas setzten ihren Kampf jedoch fort.

John Foster Dulles und seine frühere New Yorker Anwaltskanzlei “Sullivan and Cromwell”, hatten lange Zeit die UFC (United Fruit Company) vertreten. Allen Dulles, Chef der CIA, hatte früher im UFC-Aufsichtsrat gesessen. Ed Whitman schließlich, PR-Direktor der United Fruit Company, war mit Ann Whitman, der Privatsekretärin Präsident Eisenhowers verheiratet. (Ed Whitman produzierte einen Film unter dem Titel: “Warum der Kreml Bananen hasst”, in dem die UFC als Kämpfer gegen den Kommunismus in vorderster Linie portraitiert wurde.) Der Erfolg der UFC, die Enteignung ihrer Ländereien in Guatemala mit dem “Bösen” des internationalen Kommunismus in Zusammenhang zu bringen, wurde von einem UFC- Offiziellen später als “die Disney Version der Episode” charakterisiert. Doch die Anstrengungen der Gesellschaft zahlten sich aus. Sie erstattete Journalisten die Aufwendungen für Reisen nach Guatemala, um sich vor Ort mit der UFC- Perspektive der Krise vertraut zu machen. Einige der angesehensten Zeitungen, einschließlich der New York Times, der New York Herald Tribune und dem New Leader, veröffentlichten Beiträge, die das Wohlwollen der UFC fanden. Ein Vertreter der UFC-PR-Abteilung stellte später fest, dass seine Gesellschaft dazu beigetragen habe, die nordamerikanische Leserschaft dazu zu bringen, die Version des State Departments zu akzeptieren, dass die Arbenz-Regierung kommunistisch kontrolliert und die militärische Invasion ausschließlich eine guatemaltekische Angelegenheit gewesen sei. (Übersetzung eines Zitats) aus: Inevitable Revolutions – The United States in Central America by Walter La Feber, 2nd ed. 1993, pp. 120-121.