Hintergrund

Guatemala ist Transitland des internationalen Drogenhandels.

Geldwäsche in großem Maßstab und die weitverbreitete Korruption begünstigen diesen Status. Als Konsequenz daraus wächst auch der nationale Drogenmarkt. Die internationalen Händler zahlen ihre lokalen Partner und Helfer in Naturalien, d.h. in Drogen. Um diese zu Geld zu machen, müssen sie verkauft werden. Die Drogenproduktion im Land selbst beschränkt sich weitgehend auf die Belieferung des nationalen Marktes mit Cannabis und Opium.

Während der Regierung Alfonso Portillo verschärfte sich die Problematik so weit, dass die US-Regierung Guatemala von der Liste der Länder strich, die als verlässliche Partner im “Anti-Drogen-Krieg” gelten.

Zu Beginn des Jahres 2004 haben der neugewählte guatemaltekische Kongress und die Regierung Oscar Berger mehrheitlich dafür gestimmt, 99 us-amerikanische Militärhelfer ins Land zu lassen, die die nationalen Behörden und Einheiten bei der Bekämpfung des Drogenhandels in Guatemala unterstützen sollen.

Trotz der – vorsichtig formuliert – nachlässigen Verfolgung der großen Akteure, werden Vergehen gegen das “Anti-Drogen-Gesetz” (Ley Antidrogas) äusserst hart geahndet. Auch bei kleinsten Mengen und bei jeder Art von Drogen drohen Gefängnisstrafen zwischen 5 und 20 Jahren (Herstellung) und 12 bis 20 Jahren (Handel bzw. Besitz). Die Haftbedingungen sind prekär (überfüllte Zellen, schlechte Ernährung, Gewalt etc.). Reisende sollten sich unter allen Umständen von Drogen und Drogenkonsumenten fernhalten.