Hintergrund

José Figueres Ferrers und andere, überwiegend konservative Regierungen stärkten die Rolle des Staates im Gemeinwesen und verbesserten die Infrastruktur des Landes. Dies trug zweifellos zur politischen und ökonomischen Stabilität bei, für die Costa Rica bis heute gerühmt wird. Zugleich beförderte diese Politik aber auch eine wachsende, und in Teilen wuchernde Bürokratie, sowie eine stetig steigende Staatsverschuldung.
Im Kontext der sandinistischen Revolution im benachbarten Nicaragua unterstützte Costa Rica zunächst stillschweigend die Somoza Gegner.

Oscar Arias Sánchez, By Official White House Photo by Lawrence Jackson (Crop of File:Oscar Arias Sanchez with Obamas.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

Oscar Arias Sánchez, By Official White House Photo by Lawrence Jackson (Crop of File:Oscar Arias Sanchez with Obamas.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

Einige Guerilla-Gruppen operierten von grenznahem costaricanischem Territorium, und nicht wenige Costaricaner schlossen sich dem bewaffneten Kampf der Sandinisten an. Wie die übrigen zentralamerikanischen Staaten auch, geriet die Regierung Costa Ricas, vor allem seit dem Amtsantritt Ronald Reagans, unter massiven Druck von Seiten der USA. Unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise der frühen achtziger Jahre gab Costa Rica zunächst der Reagan’schen Contra-Politik nach. Vor dem Hintergrund eines möglichen Krieges, der die gesamte Region zu erfassen drohte, führte 1986 Oscar Arias Sánchez seinen Präsidentschaftswahlkampf. Erbost über die us-amerikanischen Versuche, die Neutralität Costa Ricas zu unterminieren, machte er den Frieden in Mittelamerika erfolgreich zum Wahlkampfthema. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt widmete sich Arías Sánchez “seinem” Friedensplan für die Länder Honduras, El Salvador, Nicaragua und Guatemala, der nicht zuletzt den us-amerikanischen Einfluss in Mittelamerika zurückdrängen sollte. Ein entsprechendes Abkommen wurde am 7. August 1987 im guatemaltekischen Wallfahrtsort Esquipulas unterzeichnet.
Im selben Jahr erhielt Arias den Friedensnobelpreis.