Hintergrund

Mitte des 19. Jahrhunderst musste sich Costa Rica, wie andere zentralamerikanische Länder auch, den Angriffen us-amerikanischer Söldner um William Walker erwehren.

Juan Santamaria, By Rodrigo Fernández (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Juan Santamaría, By Rodrigo Fernández (Own work) CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Costaricanische Truppen schlugen Walker und dessen marodierenden Gefolgsleute 1853 in der Schlacht von Santa Rosa und Rivas. Einen entscheidenden Beitrag leistete der junge Juan Santamaría, Trommler im kleinen Heer der Provinz Alajuela. Er setzte todesmutig das Versteck der Bande, ein aus Holz gebautes Fort, in Brand und zwang die Invasoren so zur Flucht.
Diese Tat machte ihn posthum zum Volkshelden Costa Ricas. (Nach ihm ist z.B. der internationale Flughafen von San José benannt.) Juan Rafael Mora Porras, Präsident von Gnaden der Kaffeebarone, wurde, trotz seines militärischen Erfolges über William Walker, 1859 in einem (unblutigen) Staatsstreich gestürzt und 1860 hingerichtet.
Ironischerweise teilte er damit nahezu zeitgleich das Schicksal seines Widersachers Walker, der im selben Jahr im honduranischen Trujillo vor einem Erschießungskommando endete.
1870 setzte ausgerechnet ein “liberaler Diktator” der Herrschaft der “Cafetaleros” ein vorläufiges Ende. Tomás Guardia unterzog Costa Rica einer strikten Modernisierungspolitik, die, um den Preis bürgerlicher Freiheiten und eines massiven Staatsdefizits von 20 Millionen US-Dollar, die Basis für künftigen wirtschaftlichen Fortschritt und Wohlstand legte. Eine Verfassungsreform ermöglichte der Regierung die Kontrolle über das Militär, die Todesstrafe wurde abgeschafft und die allgemeine und kostenlose Schulpflicht für Jungen und Mädchen eingeführt. Die Einkünfte aus dem Kaffee–Export wurden mit Steuern belegt, mit denen öffentliche Aufgaben finanziert werden sollten.
Guardia war es auch, der die Konzession zum Bau einer Bahnlinie vom zentralen Hochtal zum Atlantik an Minor Cooper Keith vergab.
Dass damit Costa Ricas Weg zur Bananenrepublik geebnet werden würde, war nicht Bestandteil des Projekts, schließlich sollte vor allem der Kaffee-Export erleichtert werden. Mit dem Transport der Kaffee-Ernte zum Atlantikhafen Puerto Limón, entfiel auf dem Weg zu den europäischen Märkten der riskante Seeweg um Kap Hoorn.
Doch mit der Konzession zum Eisenbahnbau erhielten Minor Keith und seine Partner auch 300.000 Hektar Land entlang der geplanten Strecke …
Der Bau der Eisenbahnlinie war nicht nur von technischen Rückschlägen, die den schwierigen topographischen Bedingungen zuzuschreiben waren, begleitet. Weitaus dramatischer war die hohe Zahl an Toten, die neben den schlechten Arbeitsbedingungen vor allem das tropische Klima forderte. Waren es zunächst 1000 chinesische und jamaikanische Arbeitskräfte, sowie 500 Arbeiter von den Kapverden gewesen, die für den Bau ins Land geholt wurden, folgten ihnen in einer zweiten Welle weitere 1500 Arbeiter, darunter auch 762 Italiener nach. Letztlich waren aber nur die afro-karibischen Arbeiter im Stande, den mörderischen Arbeitsbedingungen und Tropenkrankheiten zu trotzen. 5000 Menschenleben kostete schließlich der Bau der Bahnlinie. Unter den Toten waren auch Minor Keith’ Partner und sein Bruder.