Hintergrund

Erst 1841, lange nachdem die Föderation 1838 mit der Niederlage des Liberalen Francisco Morazán gegen den Konservativen Rafael Carrera praktisch gescheitert war, trat Costa Rica aus dem Staatenbund aus. Es erklärte seine Unabhängigkeit, und in einer entsprechenden Deklaration von 1848 wurde die Republik Costa Rica schließlich formal bestätigt.
In den Jahren 1835 bis 1842 wurde Costa Rica von Braulio Carillo diktatorisch regiert.

Francisco Morazán

Francisco Morazán

Als Anhänger nationaler Unabhängigkeit unterlag er 1842 den Kräften um Morazán, der aus seinem kolumbianischen Exil zurückgekehrt war, um einen letzten Versuch zur Wiederherstellung der zentralamerikanischen Föderation zu unternehmen. Morazán wurde kurzzeitig wieder als Präsident der Föderation eingesetzt, doch als er begann, Steuern zur Aufstellung eines costaricanischen Heeres zur Sicherung des Staatenbundes einzutreiben, verlor er die Unterstützung der Bevölkerung. Im Rahmen eines konservativen Aufstandes wurde Morazán gestürzt und am Unabhängigkeitstag in San Josés Parque Central öffentlich erschossen.

Erst der zunehmende Kaffeeanbau und -export bewirkten grundlegende Veränderungen in der bis dahin bäuerlichen costaricanischen Gesellschaft.

Immer mehr landwirtschaftliche Subsistenzbetriebe wurden zu Kaffeeplantagen, so dass Nahrungsmittel, die zuvor selbst produziert worden waren, nun – überwiegend aus Nicaragua – importiert werden mussten. Mit der Industrialisierung des Kaffeeanbaus wuchs zum einen der Bedarf an Arbeitskräften schlagartig, zum anderen bildete sich eine auch politisch dominante Kaffee-Aristokratie aus. Damit waren die Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft auch in Costa Rica gelegt.
Zum entscheidenden Durchbruch 1843 verhalf ihr der englische Kapitän William Le Lacheur Lyon, der, anstatt Ballast für die Rückfahrt nach England zu laden, sich für Säcke mit Kaffeebohnen entschied und so zum Pionier des Direktexportes von costaricanischem Kaffee nach Europa wurde.
Zuvor waren große Teile der Ernte zunächst nach Chile verschifft worden, wo sie umgepackt und als  “Café Chileno de Valparaíso” nach England weiterverkauft wurden. Zwischen 1843 und 1880 stieg der Anteil des Kaffees am Gesamtexport des Landes auf 85 bis 95 Prozent.
Binnen eines halben Jahrhunderts war Costa Rica vom Armenhaus zum wohlhabendsten Land Mittelamerikas aufgestiegen und hatte seine – in blutige Bürgerkriege verstrickten – Nachbarn überflügelt.