Hintergrund

In den frühen 50er Jahren war mehr als ein Viertel der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne Arbeit.

Miserable Wohnverhältnisse, Unterernährung und eine fehlende Gesundheitsversorgung prägten die Lebensbedingungen großer Bevölkerungsteile. Hinzu kam 1949 eine weitere Abwertung des Belize Dollars.
Noch am selben Tag formierte sich daraufhin das People’s Committee, dessen Proteste schon bald das gesamte Kolonialsystem in Frage stellten. 1950 wurde aus dem Komitee die Partei der People’s United Party (PUP), deren Ziele die politische und ökonomische Unabhängigkeit des Landes waren.
Ein Generalstreik im Oktober 1952 brachte zwar nur geringfügige Verbesserungen, hatte aber in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Notwendigkeit politischer Solidarität geschaffen. 1954 gelang es der PUP, das universelle Wahlrecht für alle Erwachsenen durchzusetzen. Bei den im selben Jahr durchgeführten Wahlen errang die Partei 7 von 8 Sitzen und 67 Prozent der Stimmen.
1964, zehn Jahre nach dem allgemeinen Wahlrecht, erlangte Belize die innere Selbstverwaltung.

George Price

George Price

Am 21. September 1981 war schließlich der Tag der vollständigen nationalen Unabhängigkeit gekommen. George Price, der Mitbegründer der People’s United Party und Führer der langjährigen Verhandlungen mit den Briten, wurde erster Premierminister des unabhängigen Belize.
Seither ist Belize Mitglied des Commonwealth, der Vereinten Nationen und mehrerer anderer internationaler Bündnisse und Organisationen. Belizes Unabhängigkeitsbestrebungen wurden international vor allem von der Allianz der blockfreien Staaten, insbesondere auch von Mexiko, unterstützt.
Die Beziehungen zu den übrigen mittelamerikanischen Nachbarn standen dagegen lange unter den Vorzeichen des Konfliktes mit Guatemala.

Die Staaten Mittelamerikas und Mexiko hatten ihre nationale Unabhängigkeit von Spanien (1821) unter Beibehaltung der kolonialen Grenzen vollzogen.
Guatemala argumentierte, dass Spanien seine Hoheitsrechte über Belize nicht aufgegeben habe und Guatemala in diese Rechte einträte. Die Briten lehnten die guatemaltekischen Ansprüche mit dem Argument ab, dass ihre Kontrolle über Belize in die Zeit vor der Unabhängigkeit Guatemalas zurückreichte. Kernstück des Streits war der 1859 zwischen Guatemala und Großbritannien geschlossene Vertrag. Für die britische Seite wurden in ihm nur Grenzen, die bereits zuvor existierten, festgeschrieben. Guatemala hingegen sah in der Vereinbarung einen Abtretungsvertrag, der von britischer Seite gebrochen worden war. Diese hatte sich als Gegenleistung zum Bau einer Straße verpflichtet, die Guatemala einen Zugang zur atlantischen Küste gewähren sollte. Diese Straße wurde jedoch nie gebaut.
Die guatemaltekische Verfassung von 1945 beinhaltete Ansprüche auf das Territorium von Belize und es kam zu wiederholten Invasionsdrohungen. Diese wurden stets mit einer verstärkten britischen Militärpräsenz beantwortet.
In der Übergangszeit von der Selbstverwaltung zur nationalen Unabhängigkeit hatten die Verhandlungen mit Guatemala meist hinter verschlossenen Türen, mit verschiedenen Vermittlern, stattgefunden. Ab Mitte der siebziger Jahre brachte die belizeanische Regierung ihr Anliegen regelmäßig vor die Gremien der Vereinten Nationen. Der Durchbruch gelang, als die USA ihre Position der Stimmenthaltung 1980 aufgaben und für die Resolution stimmten, die die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität Belizes forderte. Daraufhin änderte auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die bis zu diesem Zeitpunkt Guatemala unterstützt hatte, ihre Position zugunsten eines unabhängigen Belize.
Von nun an stellte sich Belize auf den Standpunkt, dass sein Recht auf nationale Unabhängigkeit von der Lösung des Konfliktes mit Guatemala zu trennen sei. So erhielt Belize seine Unabhängigkeit, ohne dass der Disput mit Guatemala gelöst war. 1991 folgte die Anerkennung Belizes durch Guatemala, und beide Länder unterhalten seitdem volle diplomatische Beziehungen zueinander.