Hintergrund

Gegen die Vorherrschaft der Holzindustrie lehnten sich zuerst die Arbeiter auf.

Sie waren lange Zeit durch ein einseitiges Arbeitsgesetz geknebelt, das ausschließlich die Interessen der Arbeitgeber berücksichtigte. So war es Arbeitern z.B. bei Gefängnisstrafe von drei Monaten verboten, ohne Erlaubnis ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. Die Arbeitgeber dagegen hatten das Recht, Arbeiter, die ihrer Arbeit fernblieben, mit Gewalt zurückzuholen. Als 1894 Holzfäller aus ihrem Arbeitsgebiet nach Belize City zurückkehrten, erfuhren sie, dass eine massive Geldabwertung die Kaufkraft ihres Lohnes halbiert hatte. Der verbliebene Rest reichte nicht einmal aus, die Kosten der Grundnahrungsmittel zu decken. Dies löste schließlich einen gewaltsamen Aufstand aus, in dessen Verlauf Geschäfte geplündert und zerstört wurden. Die Anführer  des Protests flohen nach Mexiko. Aus Angst vor weiteren, gewaltsamen Protesten erhöhten die Arbeitgeber schließlich die Löhne.
Zu erneuten Protesten kam es nach der Rückkehr belizeanischer, schwarzer Soldaten aus dem 1. Weltkrieg. Sie klagten die rassistische Behandlung an, die sie in der britischen Armee erfahren hatten, während sie für Großbritannien kämpften.

Samuel Alfred Haynes

Samuel Alfred Haynes

Britische Truppen wurden angefordert, den Aufstand niederzuschlagen. Einer der Führer des Soldatenaufstandes war Samuel Haynes, ein Anhänger des schwarzen, jamaikanischen Nationalistenführers Marcus Garvey, der die UNIA (Universal Negro Improvement Association) in Jamaika und den USA gegründet hatte. Haynes schrieb auch den Text des Liedes „Land of the Gods“, das später als „Land of the Free“ zur Nationalhymne des unabhängigen Belize werden sollte. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 schließlich hatte massive Auswirkungen auf die exportabhängige Wirtschaft des Landes.
Als 1931 die Zerstörungen eines heftigen Hurrikans hinzukamen, nahm die Krise dramatische Formen an. Extreme Armut und Hunger prägten das Leben der meisten Belizeaner. Öffentliche Armenspeisungen in Belize City, bei denen „Rice Lab“, ein Brei aus gekochtem Reis mit Zucker, ausgegeben wurde, verhinderten die Katastrophe.

Antonio Soberanis

Antonio Soberanis

1934 formierte sich schließlich die „Brigade der Arbeitslosen“. Ihr Protestmarsch führte durch Belize City zum Sitz des Gouverneurs. Der forderte die Demonstranten auf, sich registrieren zu lassen. Als mehr als 1800 Menschen diesem Aufruf folgten, bot er 80 von ihnen an, als Steinebrecher an der Straße nach Norden für einen Tageslohn von 25¢ zu arbeiten … Einer der Demonstranten, Antonio Soberanis, resignierte nicht und wurde zum Begründer der Labour and Unemployed Association (LUA) und der belizeanischen Arbeiterbewegung. Sie wurde schließlich zur Keimzelle der nationalen, antikolonialistischen Bewegung.

Während der 2.Weltkrieges entspannte sich die Situation in Belize vorübergehend, da viele Holzarbeiter nach Großbritannien gingen. Andere arbeiteten in Panama am Kanal, oder als Landarbeiter in den Südstaaten der USA. Nach Kriegsende kehrten sie in die alten Bedingungen von Armut und Arbeitslosigkeit zurück.