Hintergrund

Seit dem frühen 18. Jahrhundert wurden von den britischen Baymen auch afrikanische Sklaven zur Arbeit als Holzfäller eingesetzt.

Im Unterschied zu den karibischen Inseln, auf deren Zuckerrohrplantagen große Sklavengemeinden entstanden, die nach der Vernichtung der indigenen Bevölkerung bald die Bevölkerungsmehrheit stellten, lebten in Belize die männlichen Sklaven verstreut in kleinen Gruppen, getrennt von ihren Familien in Belize City.
Die meisten von ihnen waren über Jamaica nach Belize verschleppt worden. Ihr Ursprung lag im Nigerdelta, in der Bucht von Benin, oder dem südlichen Westafrika, zwischen Kongo und Angola. Sie bewahrten ihre jeweils eigene ethnische Identität als Nango, Kongolesen, Mongola, Ashanti oder als Ebo.

Als der Sklavenhandel 1807 verboten wurde, sank der Anteil der schwarzen Bevölkerung in Belize. Krankheiten, Misshandlungen, Unterernährung sowie das ungleiche Zahlenverhältnis von Männern und Frauen waren hierfür die Hauptursachen.
Während über 80 Prozent der männlichen Sklaven in der Mahagoni-Gewinnung arbeiteten, mussten Alte, Frauen und Kinder Hausarbeit verrichten, oder Nahrungsmittel zur Selbstversorgung der Sklavenbevölkerung anbauen.

In der Geschichte des Landes sind vier Sklavenaufstände verzeichnet. Drei davon zwischen 1760 und 1770. während dieses Zeitraums waren die Preise für Blauholz stark gefallen. Die Holzfäller reagierten darauf, indem sie mehr Sklaven kauften bzw. einsetzten, um die Holzmenge zu erhöhen, ihre Sklaven gleichzeitig aber noch schlechter ernährten als zuvor. Der letzte Sklavenaufstand fand 1820, entlang des Belize und des Sibun River statt. Der Aufsichtsbeamte der britischen Kolonialbehörde verhängte daraufhin das Kriegsrecht, da ein beträchtlicher Teil der rebellierenden Sklaven gut bewaffnet war. Andere Sklaven versuchten ihrem Schicksal durch Flucht zu entrinnen. Sie flohen nach Yucatán, wo ihnen die Spanier die Freiheit verhießen.
Viele der entkommenen Sklaven unterstützten die Spanier bei ihren Angriffen auf die britischen Siedlungen.
Als die Briten ihr Siedlungsgebiet nach Süden und Westen ausdehnten, wurden der Petén Guatemalas und die honduranische Küste zwischen Omoa und Trujillo zu Fluchtpunkten. Manchen geflohenen Sklaven gelang es auch, in kleinen, versteckten Siedlungen innerhalb Belizes zu überleben. Auch wenn sich diese Siedlungen heute nicht mehr lokalisieren lassen, zeugt dennoch der Name “Runaway Creek”, den ein Nebenfluss des Sibun trägt, von ihrer Existenz.

Belize blieb bis 1838 eine Sklavenhaltergesellschaft. Die Abschaffung der Sklaverei erfolgte offiziell zwar bereits 1833, doch änderte sich zunächst nichts an den sozialen Hierarchien. Durch die Einführung des “Lehrverhältnisses” wurden alle Sklaven, die älter als 6 Jahre waren, zu unentgeltlicher Arbeit für ihre vorigen Besitzer gezwungen. Mit der Abschaffung dieses Systems erhielten die ehemaligen Sklavenbesitzer Entschädigung von der britischen Regierung, während die nunmehr “freien” Schwarzen, denen Landbesitz verwehrt war, in eine Lohnabhängigkeit von den ehemaligen Sklavenhaltern gerieten.