Hintergrund

Die wichtigsten Siedlergruppen an der Karibikküste des heutigen Belize waren die Arawaks und die Kariben.

Caneye

Caneye

Beide Gruppen lebten als Jäger und Fischer, zu deren Jagdtieren vor allem Vögel, Fische und (Meeres-) Schildkröten gehörten. Im Unterschied zu den kriegerischen Kariben galten die Arawaks als friedlich. Neben Jagd und Fischfang bauten sie auch Süßkartoffeln, Maniok, Mais, Tabak und Baumwolle an. Sie lebten in runden Hütten, sogenannten Caneyes, lediglich der Führer oder Cacique bewohnte ein Bohio genanntes, rechteckiges Haus. Bei Zeremonien saß der Cacique auf einem kurzbeinigen, mit Tiersymbolen dekorierten Stuhl, dem Duho.

Zemi

Zemi

Zu den Glaubensvorstellungen der Arawaks gehörten neben einem Himmelsgott und einer Erdgöttin auch viele Naturgottheiten, die durch Zemis repräsentiert wurden. Sie kontrollierten Wind, Regen, Hurrikane, Feuer und Krankheit, aber auch Gesundheit und Krankheit, Glück und Unglück, oder auch Fruchtbarkeit.

Zemis konnten aus Stein, Knochen, Holz oder Muschelschalen gemacht sein und Menschen- oder Tiergestalt haben. Bei Opfer- oder Bittritualen wurde pulverisierter Tabak, Cohaba, in einer Schale auf den abgeflachten Kopf eines Zemis gestellt und verbrannt. Der Rauch wurde dann von Priestern durch ein Ypsilon-förmiges Stück Zuckerrohr inhaliert. Sie versetzten sich dadurch in einen Bewusstseinszustand, in dem sie mit den Zemis kommunizieren konnten.

Die Maya

Die älteste bekannte Maya-Siedlung im heutigen Belize ist Cuello im Orange Walk Distrikt. Seit 2000 v. Chr. lebten ihre Bewohner hier als Bauern. Zum Zeitpunkt, als die Maya-Kultur ihren Höhepunkt erreicht hatte, lebten in Belize weitaus mehr Menschen als heute. Die Schätzungen gehen von mindestens einer halben Million Menschen aus, die in Stadtstaaten lebten. Die wichtigsten und mächtigsten Städte waren Xunantunich, Altun Há, Lubaantun, El Pilar und Caracol.
Die Maya handelten mit Salz, Baumwolle, Kakao, Fisch, Honig, Federn, Muscheln und Edelsteinen.
Die Lebensgrundlage der Bevölkerung sicherte der Anbau von Mais, Bohnen, Tomaten, Chilis, Kürbissen und anderem Gemüse. Truthahn, Fisch und Wild ergänzten den Speiseplan der Reichen. Den rätselhaften Niedergang der Mayastaaten Mitte des 10. Jahrhunderts erklären Archäologen heute meist mit Klimaveränderungen, in deren Folge die landwirtschaftlichen Erträge stark zurückgingen und auch die Handelsgüter knapp wurden.
Die großen Städte konnten ihre Einwohner nicht mehr ernähren und wurden von der Bevölkerung aufgegeben. Ihre prächtigen Bauten zerfielen und wurden von der dichten Vegetation des tropischen Waldes überwuchert. Bei Ankunft der Spanier zu Beginn des 16.Jahrhunderts lebten die Maya meist als Bauern in kleinen Dörfern.