Die Situation der mexikanischen Landwirtschaft verschärft sich seit dem Wegfall der Agrarzölle 2003 zusehends. Die Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe ist unter Weltmarkt-Bedingungen nicht konkurrenzfähig. Die Hälfte der Landbevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Besonders dramatisch ist die Lage der Maiswirtschaft. In einer der ältesten Maiskulturen der Welt werden einheimische Sorten unwiederbringlich von hochsubventionierten US-Importen, oft auch gentechnisch veränderten, verdrängt. Die Privatisierung des Getreide- und Maisvetriebs beschleunigt diesen Verdrängungsprozess noch, vor allem, wenn man bedenkt, dass der weltgrößte Tortillaproduzent, Grupo Maseca, zu einem Drittel einem Gen-Tech Unternehmen gehört.

Kreuze mit den Namen der Toten am Grenzzaun

Kreuze mit den Namen der Toten am Grenzzaun

Die Existenzgefährdung der Maisbauern verstärkt den Migrationsdruck Richtung USA, und obwohl in den vergangenen 10 Jahren mehr als 3000 Mexikaner beim Versuch des illegalen Grenzübertritts ums Leben gekommen sind, steht ein Migrationsabkommen mit den USA noch immer in weiter Ferne.
Umso mehr, als die Bush–Regierung sehr verärgert auf die fehlende Unterstützung durch den südlichen Nachbarn im Hinblick auf die us-amerikanische Irakpolitik reagiert hat. So drohten im Vorfeld der Abstimmung im UN–Sicherheitsrat zwei Beamte des US-Außenministeriums, Mexiko würde „einen hohen Preis zahlen“, wenn es sich der US-Position nicht anschlösse.
Im Zuge des Irakkrieges hat das Ansehen der USA in Mexiko schwer gelitten. Nur noch 25 Prozent der Mexikaner haben ein positives Bild des Nachbarlandes, nach zuvor immerhin 50 Prozent.