Am frühen Morgen des 19.Septembers 1985, erschütterte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 8,1 Mexico City.

Erdbebenschäden in Mexico City, By United States Geological Survey [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3A1985_Mexico_Earthquake_-_Collapsed_General_Hospital.jpg">via Wikimedia Commons</a>

Nach dem Erdbeben in Mexico City, by United States Geological Survey [Public domain], via Wikimedia Commons

Obwohl das Epizentrum des Bebens mehrere hundert Kilometer entfernt vor der Pazifikküste lag, wurde es erst in der Hauptstadt zur Katastrophe. Mexico City wurde in doppelter Hinsicht an seine zerstörte Vorgängerin erinnert, die Aztekenhauptstadt im Schlamm des Texcoco-Sees. Der aus Sedimenten des Sees bestehende Untergrund der Millionenmetropole wirkte wie ein Verstärker auf die Erdstöße. Die grausame Bilanz waren 10.000 Tote, 20.000 Verletzte und eine Schadenssumme von 5 Milliarden US-Dollar.
Dass diese Naturkatastrophe mit Verspätung auch zum politischen Beben wurde, lag an der Unfähigkeit des korporativen PRI-Staates, den Betroffenen wirksam Hilfe zu leisten. Die Abkehr breiter Bevölkerungsschichten vom PRI–System war die Folge. Parallel dazu entstanden unabhängige Stadtteilbewegungen, und es begann ein Prozess der Repolitisierung der Studentenschaft.
Innerhalb des PRI kam es im Jahr nach dem Erdbeben zur Abspaltung und Gründung eines linksdemokratischen Wahlbündnisses um Cuautéhmoc Cárdenas, dem Sohn des legendären Präsidenten. Dieser trat denn auch im Präsidentschaftswahlkampf von 1988 gegen den PRI–Kandidaten Salinas de Gortari an. Nur massive Wahlmanipulationen hielten den PRI an der Macht und verhalfen seinem Kandidaten zum Präsidentenamt.
Doch bereits Cárdenas’ Wahlsieg um das “Bürgermeisteramt” der Hauptstadt machte deutlich, dass der PRI im Zentrum der Macht in Wahlen geschlagen werden konnte.