In der Folge der Ereignisse vom Oktober ‘68 wandten sich viele junge Leute und Intellektuelle von der Staatspartei PRI ab, der korporative Staat hat einen tiefen Riss bekommen.
Einige militante Studenten organisierten sich in der sogenannten Stadtguerilla und bekämpften den Staat, der seinerseits den schmutzigen Krieg (guerra sucia) eröffnete, dem bis zur Jahrtausendwende mehrere Hundert Menschen zum Opfer fielen, sei es durch Folter, Verschwinden lassen oder Ermordung.

Ex-Präsident Echevería nach seiner Aussage vor den Sonderermittlern

Ex-Präsident Echevería nach seiner Aussage vor den Sonderermittlern

Anfang der 80er Jahre gingen einige Anhänger der nationalen Befreiungsbewegung (Fuerza de Liberación Nacional – FLN) nach Chiapas, um die neo-zapatitische Bewegung und spätere EZLN mit aufzubauen.
Einerseits ging die mexikansiche Regierung im Rahmen des “schmutzigen Krieges” mit aller Härte gegen die Guerillabewegung vor, andererseits vermochte sie es, Teile der Bewegung mit integrativen Angeboten immer wieder an die Regierung zu binden.
Mitte der 70er Jahre stieg die Staatsverschuldung analog zu den wachsenden öffentlichen Ausgaben erneut stark an. Ursachen waren Verstaatlichungsmaßnahmen und beschwichtigende Unterstützungsprogramme für gesellschaftliche Gruppen, die im Rahmen des Wirtschaftswunders benachteiligt wurden.

Unternehmer reagierten auf Verstaatlichungen mit einem Investitionsstreik und dem Transfer von Geldern ins Ausland. Dennoch konnte die Krise noch einmal abgewendet werden, als just zu diesem Zeitpunkt neue, riesige Ölvorkommen im Golf von Mexiko entdeckt wurden.

EZLN Aktivisten

EZLN Aktivisten

Die Wachstumsraten zogen daraufhin wieder stark an, und Mexiko erhielt großzügig internationale Kredite.
Zur Eskalation der Krise kam es dann Anfang der 80er Jahre, als die Ölpreise drastisch fielen, und Mexiko, bei gleichzeitig steigenden Zinsen, seinen Verpflichtungen aus der Auslandsverschuldung nicht mehr nachkommen konnte. Mexiko erklärte seine Zahlungsunfähigkeit. Die daraufhin mit dem IWF getroffenen Vereinbarungen zwangen Mexiko, sich neoliberalen Wirtschaftskonzepten zu öffnen, die die Privatisierung von Betrieben ebenso vorsah wie den radikalen Abbau von Agrarsubventionen und Zollschranken.
Für weite Teile der Bevölkerung hatten diese Maßnahmen dramatische Einkommensverluste zur Folge. Vor allem die Kürzung der staatlichen Agrarsubventionen um 70% in den Jahren 1982 bis 1988 brachte eine weitere Verarmung der ländlichen Bevölkerung mit sich. Nicht von ungefähr geht auch die Gründung der zapatistischen Befreiungsarmee EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) auf die Jahre 1982/83 zurück.