Die beinahe ein Jahrhundert dauernde Phase der mexikanischen Geschichte, die zwischen der Unabhängigkeit (1821) und der mexikanischen Revolution von 1910 lag, lässt sich in drei Phasen unterteilen, die – ordnete man sie den prägenden Figuren der jeweiligen Ära zu – mit den Namen General Santa Ana, Präsident Benito Juárez und dem Diktator Porfirio Díaz verknüpft sind.

Agustín de Iturbide, By Anonymous, according to the source. [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAgustin_de_Iturbide.jpg">via Wikimedia Commons</a>

Agustín de Iturbide, by Anonymous, according to the source. [Public domain], via Wikimedia Commons

Doch den Beginn der mexikanischen Unabhängigkeit prägte ein Kaiser für zehn Monate, Agústin de Iturbide oder Agústin I. Hatte Vicente Guerrero nach der Hinrichtung der Führer Hidalgo und Morelos mit seinen Guerilla-Attacken den völligen Untergang der Insurgenten (Aufständischen) noch verhindert, vollzog die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung um 1820 einen merkwürdigen Wandel: unter dem Eindruck eines Staatsstreiches der Liberalen gegen die Monarchie in Spanien, in dem die konservative Oberschicht Mexikos eine Gefahr für den eigenen sozialen und ökonomischen Status Quo sah, sprachen sich die Konservativen – vormals stramme Royalisten – für die sofortige Unabhängigkeit von Spanien aus.

Iturbide hatte als Führer der royalistischen Truppen Valladolid gegen die Aufständischen unter Morelos verteidigt und diesen einen entscheidenden Schlag versetzt. Nun vereinigte er seine reaktionären Truppen mit den radikalen Einheiten Guerreros.
Am 24. Februar 1821 wurde der Plan von Iguala veröffentlicht, der drei Garantien enthielt, unter denen sich die liberalen und konservativen Truppen (“ejército trigarante”) vereinten:
1. Mexiko sollte zur unabhängigen Monarchie werden, an deren Spitze ein europäischer Prinz, oder für den Fall, dass kein Europäer gefunden werden würde, ein Mexikaner stehen sollte;
2. die katholische Kirche sollte ihre Privilegien und Macht behalten;
3. die Kreolen sollten den spanischstämmigen “gachupines” sozial gleichgestellt werden. Dieser Plan fand bei allen einflussreichen gesellschaftlichen Gruppen Mexikos Zustimmung, ignorierte aber die Interessen der unteren sozialen Schichten vollständig. In diesem Punkt unterschied sich denn auch die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung von der südamerikanischen unter Simon Bolívar.

Der letzte spanische Vizekönig, Juan O’Donojú, gab dem Druck nach und unterzeichnete den Vertrag von Córdoba (im mexikanischen Bundesstaat Veracruz), in dem sich Spanien zum Rückzug seiner Truppen verpflichtete. Obwohl die spanische Regierung dies nicht anerkannte, war Mexiko nun unabhängig und hatte mit der prunkvollen Krönung Iturbides einen gleichermaßen extravaganten wie unfähigen Kaiser installiert.