Drogen spielten in allen Phasen der mexikanischen und präkolumbinaischen Geschichte eine Rolle,
sei es als integraler Bestandteil einer Kulur, oder als gesellschaftliches Problem. So ist zum Beispiel heute der Besitz des Peyote Kaktus, dessen Wirkstoff das halluzinogene Meskalin ist, ausschließlich den Huicholes gestattet, da der Peyote in ihrer Religion einen zentralen Stellenwert hat. In der heutigen mexikanischen Gesellschaft stellen Drogen aber eher ein gesellschaftliches Problem dar, dessen Stellenwert kaum zu überschätzen ist, wenn man sich die Milliarden-Dimensionen des internationalen Drogenmarktes vergegenwärtigt.
Mexiko hat eine 3152 km lange Grenze zum größten Drogenmarkt der Erde, den USA. Die enorme Nachfrage im Norden nach Cannabis, Kokain und Heroin hat zusammen mit der “strategischen” Lage Mexikos dafür gesorgt, dass das Land zu einem der weltweit wichtigsten Anbau- und Transitländer für illegale Drogen geworden ist. So gelangen rund 70 % des in den USA konsumierten Kokains aus Südamerika über Mexiko auf den us-amerikanischen Markt.
Die mexikanische Polizei und auch Teile des Militärs verfolgen, zum Teil auch auf Druck der USA, Drogenanbau, -schmuggel und -besitz rigoros.
Gleichzeitig kommen in den letzten Jahren immer mehr Fälle ans Tageslicht, in denen eine Verwicklung höchster Politik-, Justiz- und Polizeikreise Mexikos in den internationalen Drogenhandel nachgewiesen werden. Ein Beleg hierfür mag der spektakuläre Fall des ehemaligen Gouverneurs des Bundesstaates Quintana Roo (Reiseziele Cancun) sein.

Seit Jahren wird in Deutschland über Mexiko nur noch im Zusammenhang mit dem so genannten Drogenkrieg berichtet. Dieser ist eskaliert, seit Präsident Calderón mit seinem Amtsantritt 2006 den Drogenkartellen den Krieg erklärt hatte.
Am 1. Juli 2012 fanden in Mexiko Präsidentschaftswahlen statt, und Calderóns Partei PAN musste eine schwere Schlappe hinnehmen. Als (umstrittener Sieger) ging der Kandidat der jahrzehntelang dominierenden PRI, Peña Nieto, aus den Wahlen hervor. Dieser verkündete bereits nach vier Monaten im Amt sinkende Todeszahlen, die von vielen Quellen angezweifelt werden.
Nach wie vor kommt es regelmäßig zu Schießereien, deren Opfer meist Angehörige der Kartelle oder Polizisten und Militärs sind. Oft werden aber auch Unbeteiligte/ Unschuldige getötet.
Schätzungsweise 90% des gesamten in den USA verkauften Kokains wird durch Mexiko transferiert und in die USA geschmuggelt. Auch 90% der eingesetzten hochmodenen Waffen kommen aus den USA. Während sich der mexikanische Staat faktisch aus manchen Regionen zurückgezogen hat, übernehmen in anderen Landesteilen die Kartelle zumindest nach Einbruch der Nacht die Kontrolle. Reisende sollten Warnungen der Einheimischen unbedingt ernstnehmen und sich nach deren Empfehlungen richten.