Hintergrund

Namibias Küche ist sehr fleischlastig und Vegetarier sollten sich außerhalb Windhoeks und von einigen Ausnahmen abgesehen auf eine kulinarisch eintönige Zeit einstellen.
Frisches Obst und Gemüse werden nahezu ausschließlich aus Südafrika importiert und kommen in abgelegeneren Regionen selten auf den Teller. Vor Ort und in sehr guter Qualität angebaut werden hingegen Avocados, Butternut-Kürbisse und grüner Spargel.
Omajova-Pilze, NamibiaAuch die auf/an Termitenhügeln der nördlichen Landeshälfte wachsenden Omajova-Pilze findet man während der Saison häufig auf Speisekarten. (Bild: Chtrede [CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de or GFDL], via Wikimedia Commons)
Bevorzugte Fleischsorten sind Rindfleisch, Antilopenfleisch wie Kudu, Springbock oder Straus-senfleisch, aber auch Lamm- und Ziegenfleisch.
In den Restaurants an der Küste kommen Seehecht (Snoek), Dorade, Makrele, Languste und Austern fangfrisch auf den Tisch.
Der historische Einfluss einer deftigen und überkommenen deutschen Küche ist vor allem in traditionellen Restaurants in Windhoek und Swakopmund spürbar: Rinder- und Sauerbraten mit Kartoffeln, Erbsen und Möhren oder Eisbein mit Sauerkraut stehen dort noch immer auf der Speisekarte.

Besonders deutsch muten vor allem die Auslagen von Bäckereien und Konditoreien an: Sauerteigbrote und mächtige Torten von Schwarzwälder Kirsch bis Frankfurter Kranz lassen schon beim Anblick den Cholesterinspiegel in die Höhe schießen.

Typisch auf vielen Speisekarten:

BiltongAustern (namibische Austern gehören zu den besten der Welt)

Biltong und die Droërwors sind in Streifen geschnittenes, getrocknetes und stark gewürztes Fleisch vom Springbock, Rind, Strauß oder anderen Tieren. Daneben gehören auch die deutschen Landjäger zu den sehr begehrten Snacks. (Bilder: Biltong SA (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons Droewors, Namibiaund Jamsta at en.wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)

Bobotie: mit Eiermilch überbackener Hackfleisch-Auflauf malaischen Ursprungs, der mit Safranreis und Chutney serviert wird (südafrikanischer Einfluss).

Boerewors (Bauernwurst): Diese Bratwurst muss auf dem Grill zubereitet werden und wird niemals in der Pfanne gebraten.

Braai: Bezeichnet sowohl die Tätigkeit des Grillens als auch das Grillen als gesellschaftliches Ritual. Ein Braaistand wird typischerweise mit Holz des Kameldornbaumes befeuert und die Glut selbst hergestellt. Auf den Grill kommt nahezu jede in Namibia erhältliche Fleischsorte und auch die Boerewors darf nicht fehlen. Holzkohle ist verpönt.

Butternut: Der süß und nussig schemeckende Kürbis wird sowohl gedünstet oder im Ofen gebacken als Gemüse als auch als leckere Suppe zubereitet.

Crayfish: Die aus dem kalten Wasser des Südatlantiks besonders wohlschmeckenden Langusten werden vor allem an der Küste frisch angeboten.

Croc-Meat: Krokodilfleisch, dessen Geschmack an Huhn erinnern soll wird am Spieß gegrillt oder als Kotelett serviert.

Kalahari-TrüffelKalahari-Trüffel: Die aromatischen, kleinen sandigen Kartoffeln ähnelnden Vertreter der   Wüstentrüffeln (Terfezia) können geschmacklich mit ihren berühmten Verwandten mithalten, sind jedoch ähnlich schwer aufzuspüren. Ihr Vorkommen erkennt man an Rissen im Boden, an denen sich eine leichte Erhebung gebildet hat. Sie gedeihen nur in tiefen Sandböden im Osten Namibias und nachdem es ausgiebigen und späten Regen gegeben hat. Deshalb kommen sie in manchen Jahren fast gar nicht vor und werden in anderen Jahren ab Ende März bis Anfang Juni in größeren Mengen angeboten. (Bild: Chtrede (Privataufnahme) [CC BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons)

Mopane Wurm, NamibiaMopane worms: Die Raupen einer Mottenart, die sich von den Blättern des Mopane-Baums ernähren, werden Touristen gerne als ‘Mutprobe’ angeboten, dienen aber vor allem der armen Bevölkerung als wertvolle Eiweißquelle. (Bild: JackyR (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY 2.5], via Wikimedia Commons)

Omajova: Der Schirmpilz wächst während der Regenzeit auf Termitenhügeln. Bei der Ernte ist zu beachten, dass die Pilze nicht herausgezogen, sondern abgebrochen bzw. -geschnitten werden, da durch das entstandene Loch Regen in den Termitenhügel eindringen und diesen zerstören kann.

Ostrich: Straußenfleisch steht noch nicht lange auf namibischen Speisekarten. Das erstklassige, weitgehend fettfreie Fleisch der Riesenvögel wurde früher nur an Hunde und Katzen verfüttert. Heute wird es als Braten, Gulasch, Gehacktes, Filet oder Schnitzel serviert.

Potjiekos: Eintopf mit viel Fleisch, Hirse, Kartoffeln und Wurzelgemüsen, im traditionellen dreibeinigen Eisentopf der Vortrekker über oder im offenen Feuer gegart.

Snoek: Der Seehecht, wird meist in Zitronensaft mit Dill gedünstet angeboten.

Namibias traditionelle Kulturen ernährten und ernähren sich je nach Wirtschaftsform auf der Grundlage von Milipap, einem gekochten Maisbrei bei Bauern, oder von Milch- und Fleischprodukten bei Viehzüchtern.

Die Ovambo z.B. essen Milipap oft mit ombidi – einem spinatähnlichen, wilden Gewächs.

Bei den Herero wird der Brei eher mit saurer Milch (omaere) verzehrt.

Fleisch wird je nach Einkommenslage eher selten, dann aber bevorzugt als fettes Fleisch gegessen.

Getränke:

Appletizer/ Grapetizer werden die kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke aus Apfel oder Weintrauben in Dosen genannt.

Tombo: das selbst gebraute Hirsebier ist bei der schwarzen Bevölkerung sehr beliebt, Kinder trinken es unvergoren. Es wird auch Mdebere, Kashipembe oder Mahango genannt.

Windhoek-Lager BierAuf der Beliebtheitsskala der alkoholischen Getränke stehen Bier und Wein ganz oben. Unter den Bieren, die meist nach deutschem Reinheitsgebot gebraut werden, gilt das Windhoek Lager als bestes, daneben sind Tafel Lager, Windhoek Light und Urbock (nur in den örtlichen Wintermonaten) weit verbreitet. (Bild: Bries (picture taken by Bries using a digital camera) [CC BY-SA 3.0 nl], via Wikimedia Commons)

Wein wird nahezu ausschließlich aus Südafrika importiert, erwähnenswerte Ausnahmen sind die Winzer der Kristall Kellerei nahe Omaruru und die Neuras Winery im Süden des Landes nahe Bullsport.