Mit seiner Sozialgesetzgebung, mehr noch aber mit seiner Steuerpolitik, machte sich Calderón weite Teile der Oligarchie zum Feind.
Zu seinem profiliertesten Gegner sollte im Rahmen der Wah- len von 1948, bei denen Calderón nach vierjähriger Abstinenz für eine zweite Amtszeit kandidierte, der Kaffee-Farmer José Figueres Ferrer, alias "Don Pepe", werden.
Nach einem umstrittenen Wahlausgang, der den Oppo- sitionskandidaten Otilio Ulate als Sieger sah, annullierte der von Calderón–Anhängern dominierte Kongress die Wahlen. Daraufhin kam es zu einem bewaffneten Aufstand unter der Führung Figueres Ferrers’, der sich zu einem sechs- wöchigen Bürgerkrieg ausweitete.

Die Junta um Figueres Ferrer setzte sich durch. Am 1.Mai 1948 wurde der “Figueres-Ulate Pakt”
besiegelt, nach dem die Junta für 18 Monate regie- ren und anschließend die Macht an den Wahlsieger – Otilio Ulate – übergeben sollte. Erstaunlich genug im latein- amerikanischen Kontext, wur- de diese Vereinbarung pünkt- lich zum 8.November 1949 erfüllt.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Figueres Ferrer eine autoritäre und antikommu- nistische Interimsregierung installiert, die tiefgreifende Reformen durchsetzte: Sie verbot die Kommunistische Partei, verstaatlichte das Bankensystem, führte eine 10 prozentige Mehrwert- steuer ein und schaffte das Militär zugunsten einer kleinen Nationalgarde ab.
Erst in der neuen Verfassung der “Zweiten Republik” von 1949 erhielten die afro-karibische Minderheit die vollen Bürgerrechte und Frauen das uneingeschränkte Wahlrecht.
Figueres Ferrer blieb die dominierende politische Figur Costa Ricas in der 2.Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1953 und 1970 wurde er zum Staastoberhaupt gewählt.
Seine und andere, überwiegend konservative Regierungen stärkten die Rolle des Staates im Gemeinwesen und verbesserten die Infrastruktur des Landes. Dies trug zweifellos zur politischen und ökonomischen Stabilität bei, für die Costa Rica bis heute gerühmt wird. Zugleich beförderte diese Politik aber auch eine wachsende, und in Teilen wuchernde Bürokratie, sowie eine stetig steigende Staatsverschuldung.
Im Kontext der sandinistischen Revolution im be- nachbarten Nicaragua unterstützte Costa Rica zunächst stillschweigend die Somoza Gegner.
Einige Guerilla-Gruppen operierten von grenznahem costaricanischem Territorium, und nicht wenige Costa- ricaner schlossen sich dem bewaffneten Kampf der Sandinisten an. Wie die übrigen zentralamerikanischen Staaten auch, geriet die Regierung Costa Ricas,
vor allem seit dem Amtsantritt Ronald Reagans, unter massiven Druck von Seiten der USA. Unter dem Eindruck der Wirt- schaftskrise der frühen acht- ziger Jahre gab Costa Rica zunächst der Reagan’schen Contra-Politik nach. Vor dem Hintergrund eines möglichen Krieges, der die gesamte Region zu erfassen drohte, führte 1986 Oscar Arias Sánchez seinen Präsident- schaftswahlkampf. Erbost über die us- amerikanischen Versuche, die Neutralität Costa Ricas zu unterminie- ren, machte er den Frieden in Mittelamerika erfolgreich zum Wahlkampfthema. Unmittel- bar nach seinem Amtsantritt widmete sich Arías Sánchez “seinem” Friedensplan für die Länder Honduras, El Salvador, Nicaragua und Guatemala, der nicht zuletzt den us-amerikanischen Einfluss in Mittelamerika zurück- drängen sollte. Ein entsprechendes Abkommen wurde am 7. August 1987 im guatemaltekischen Wallfahrtsort Esquipulas unterzeichnet.
Im selben Jahr erhielt Arias den Friedensnobelpreis.